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Zuhören und Dasein - ambulante Hospizarbeit ist ein leises Engagement
Medizinstudierende aus Hannover besuchten vor einigen Tagen das Ehrenamtszentrum der Johanniter vom Ortsverband Hannover-Leine. Die beiden Koordinatorinnen des ambulanten Hospizdienstes, Jasmin Heinecke und Anika Jagodzinski, informierten im Rahmen einer Kooperation mit der Medizinischen Hochschule (MHH) über die vielfältigen Aufgaben in diesem Bereich. Unterstützt wurden sie von zwei Ehrenamtlichen, die über ihre Erfahrungen bei Begleitungen berichteten. Sie erzählten von der Arbeit auf Palliativstationen sowie im häuslichen Umfeld und sprachen dabei ganz offen über ihre Beweggründe, Grenzen und besondere menschliche Beziehungen, die in dieser Zeit entstehen. In den Gesprächen mit schwerkranken Menschen gehe es oft weniger um das Sterben, sondern vielmehr um das Leben. Das Teilen von Erinnerungen, Wünschen und Alltagsmomenten helfe dabei, den Betroffenen ein Gefühl von Normalität und Lebendigkeit zu geben. Für die Studierenden wurde durch den Austausch ein Bereich greifbar, der im Studium zwar behandelt wird, aber oft erst durch persönliche Begegnungen an Tiefe gewinnt. „Diese regelmäßigen Exkursionen zu uns sind ein wichtiger Bestandteil im Modul Palliativmedizin, gerade weil das Thema Begleitung im Medizinstudium oft zu wenig Raum einnimmt. Medizin bedeutet nicht nur zu heilen, sondern auch, Menschen mit schweren Erkrankungen zu begleiten. Genau dafür möchten wir frühzeitig sensibilisieren", sagte Jasmin Heinecke, Fachbereichsleiterin Ehrenamt bei der Johanniter-Unfall-Hilfe. Einen Menschen an seinem Lebensende zu begleiten, ist für viele schwer vorstellbar und mit tiefer Trauer verbunden. Für die Ehrenamtlichen im Hospizdienst ist es hingegen eine bewusste Entscheidung und eine Aufgabe, die sie selbst als bereichernd erleben. Denn neben aller medizinischen Versorgung ist es oft die zwischenmenschliche Begleitung, die für Betroffene und ihre Angehörigen den entscheidenden Unterschied macht. Während die Palliativmedizin Symptome lindert, schafft die Hospizarbeit Raum für das, was sich nicht messen lässt: Vertrauen, Normalität und das Gefühl, nicht allein zu sein. Ehrenamtliche Hospizbegleiter*innen schenken Zeit zum Zuhören, für Gespräche oder auch gemeinsames Schweigen. Zeit, die im medizinischen Alltag oft fehlt und gerade deshalb so wertvoll ist. Wenn Sie sich für den Bereich interessieren und mehr erfahren möchten, melden Sie sich gerne bei Jasmin Heinecke oder Anika Jagodzinski vom Johanniter-Ehrenamtszentrum, Telefon 0511-6550570 oder per Mail ehrenamtszentrum.hal@johanniter.de © Die Johanniter |